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Gut vorbereitet auf den Eichenprozessionsspinner 19.05.2020

Kreis Herford. Im Jahr 2019 war das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners im Kreis Herford noch überschaubar. Es gab nur wenige Fundstellen in Enger und Hiddenhausen. Für 2020 ist zu erwarten, dass sich das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners deutlich erhöht.

Der Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtschmetterling, dessen Raupen hauptsächlich Eichenlaub fressen. Während der Falter nur kurz lebt und kaum in Erscheinung tritt, verursachen seine Raupen gesundheitliche Risiken. Die Raupen fressen austreibende Blätter der Eichen und können dem Bestand in Wäldern, Alleen und Parkanlagen stark zu setzen. Beim Eichenprozessionsspinner handelt es sich um eine heimische Schmetterlingsart, deren Massenvermehrung ein natürliches Phänomen darstellt.

Die älteren Larvenstadien können Brennhaare abstoßen. Diese Haare enthalten einen Giftstoff, der allergische Reaktionen auslösen kann. Die winzigen Härchen sind mit dem Auge fast unsichtbar, haben aber Widerhaken und können sich in der Haut festsetzen und dort abbrechen. Das kann Augenreizungen und Hautausschläge mit Schwellungen verursachen.  Juckreiz, Pusteln (Raupendermatitis) und Atembeschwerden beim Einatmen können ebenfalls auftreten. Bei Allergikern und Asthmatikern können die Reaktionen besonders heftig und bedrohlich sein, weshalb der Kontakt und vor allem das Einatmen der Brennhaare unbedingt zu vermeiden ist. Das wegen seiner Brennhaare  dritte Larvenstadium kann von April bis Juni auftreten.

Den ersten bekannten Fundort in diesem Jahr gab es in der letzten Woche in Spenge. Hier hat ein Fachbetrieb innerhalb weniger Tage die Raupen beseitigt.

Nicht jede Fundstelle mit Nestern des Eichenprozessionsspinners muss beseitigt werden.  Welche Maßnahmen ergriffen werden, hängt davon ab, wie intensiv der Befall ist und wie das betroffene Gebiet genutzt wird. Dabei sollten auch die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners gefördert werden. Dazu zählt zum Beispiel, dass Nistplätze für Vögel geschaffen werden.

Grundsätzlich ist jeder Eigentümer für die von seinem Grundeigentum ausgehenden Gefahren zuständig. Die Kommunen und der Kreis Herford ergreifen Maßnahmen, sofern auf ihren öffentlichen Flächen  Eichenprozessionsspinner festgestellt werden. Der private Grundstückseigentümer ist für die Beseitigung des Eichenprozessionsspinners  auf seinen Flächen verantwortlich.

Die Kommunen und der Kreis haben sich auf das vermehrte Auftreten der Raupen gut vorbreitet.  In einem gemeinsamen Vergabeverfahren wurde der Auftrag zur Beseitigung der Nester an einen Fachbetrieb vergeben. Dieser arbeitet mit einem Absaugverfahren um die Nester vollständig zu entfernen. Die Ansprechpartner in der  jeweiligen Kommune und bei der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herford finden sich auf der Internetseite des Kreises Herford unter www.kreis-herford.de.

Einen Überblick über die Fundstellen und die Ausbreitung zeigt eine Übersichtskarte, die den Bürgerinnen und Bürgern in Kürze auf der Internetseite des Kreises Herford zur Verfügung steht.