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Erklärung gegen Rassismus und Diskriminierung

Der Rat der Gemeinde Kirchlengern hat folgende Kirchlengerner Erklärung gegen Rassismus und Diskriminierung beschlossen:

Klare Kante gegen Rassismus und Diskriminierung

Wir beobachten derzeit vielerorts ein Erstarken rassistisch motivierter Gewalt. Dazu zählen zahlreiche Überfälle auf Geflüchtetenunterkünfte, der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der Anschlag auf eine Synagoge und einen Kebab Imbiss in Halle, der feige Angriff auf Shisha Bars in Hanau. Alle diese Taten lassen uns entsetzt zurück.

Auch in den USA häufen sich solche menschenverachtenden Gewaltakte wie der mutmaßliche Mord an George Floyd. Solche Taten verstören uns.

Kirchlengern als Gemeinde positioniert sich ausdrücklich gegen jegliche Form von Rassismus, von Antisemitismus, Antiziganismus (Rassismus gegen Sinti und Roma), antimuslimischem Rassismus und anderen Formen der Ausgrenzung auf allen Ebenen.

Wir erkennen, dass es nicht ausreicht, nicht (offen) rassistisch zu sein – es ist unbedingt nötig, sich aktiv anti-rassistisch zu positionieren; denn sich nicht klar gegen Unrecht auszusprechen bedeutet, es indirekt mit zu befördern.

Vielfalt und Vielstimmigkeit macht Kirchlengern aus. Zu Kirchlengern gehören Bürgerinnen und Bürger vielfältiger Glaubensrichtungen, Muttersprachen und kultureller Prägungen.

Kirchlengern versteht sich als weltoffen, divers und erkennt seine Pflicht an, die entsprechende Arbeit zu leisten (z.B. in Form von Fortbildungen, dem Entwickeln konkreter Handlungsempfehlungen).

In Kirchlengern treten wir für die Gleichwertigkeit aller Menschen ein. Wir wenden uns gegen jedwede Form des Ausschlusses und der Ungleichbehandlung von Menschen, die nicht einer vermeintlichen Norm entsprechen, weil sie anders aussehen, anders glauben oder anders lieben.

Kirchlengern setzt sich dafür ein, Geflüchteten eine sichere Heimat zu bieten, bevor diese wieder in Ihre Länder zurückkehren können oder Teil unserer Gesellschaft werden.

Wir sehen es als gemeinsame Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger an, sich von rassistischen Praktiken und Äußerungen zu distanzieren. Darüber hinaus erachten wir es als notwendig, dass diejenigen, die nicht von Diskriminierung betroffen sind, sondern von Strukturen der Ungleichheit profitieren, daran arbeiten, die eigene rassistische Sozialisierung zu erkennen und zu hinterfragen sowie sich Rassismus kritisch fortzubilden und sich aktiv anti-rassistisch zu verhalten.

Der von den Bürgerinnen und Bürgern Kirchlengerns gewählte Gemeinderat ist besetzt mit Parteien, die allesamt Fremdenhass, Rassismus und Ausgrenzungen ablehnen, deren Arbeit und Intention – bei allen Gegensätzen – auf den Grundlagen der deutschen Verfassung fußt. Die drei Eicheln im Wappen Kirchlengerns symbolisieren den Willen der Menschen zu gemeinschaftlicher und erfolgreicher Arbeit. Gerade die letzten Wochen und Monate der Corona-Krise haben gezeigt, dass das in Kirchlengern funktioniert, dass man zusammenhält, einander hilft, und dass Nachbarschaft viel wert ist.

So geht Zusammenleben, so geht Kirchlengern.

Dafür stehen wir ein. Für eine demokratische Gesellschaft, für ein soziales Miteinander, für eine friedliche Zukunft.

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Sie haben die Möglichkeit, diese Erklärung zu unterzeichnen. Aufgrund der aktuellen Situation ist dies allerdings nur nach vorheriger Terminabsprache möglich. Dazu wenden Sie sich bitte an die Kollegin Andrea Morach oder Natalie Frick (05223/7573-0).