Gemeinde Kirchlengern

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Wappen Rehmerloh
© Gem. Kirchlengern 

 

Das Wappen der
(Alt-)Gemeinde Rehmerloh

– Kreis Herford –


 


Beschreibung:

In silbernem Schilde eine aus einem roten, nach unten offenen, in zwei Ringe endigenden Bogen hervorwachsende tulpenförmige Blume, der Bogen unterlegt von einem nach oben offenen roten Winkel mit nach außen gebogenen Schenkeln.

Begründung:

Die Farben Silber und Rot weisen auf ehemalige territoriale Zugehörigkeit oder ebensolche Beziehungen, Silber aber deutet als die Grundfarbe des Wappens des Landkreises Herford vor allem auch auf die jetzige Zugehörigkeit der Gemeinde zu diesem Kreise hin.1

Der tulpenförmig gestaltete Lebensbaum ist die einfachste und schlichteste Wiedergabe desselben, die auch der wenig begabte Meister mit seinem Eisen zustande bringen konnte. Und weiter konnte sich diesen einfachen Schmuck auch der Ärmste leisten und seinem Kinde an dem vielleicht den ganzen Brautschatz ausmachenden geringen Hausrat mit frommen Segenswünschen mitgeben. Darum tritt er uns überall auch an den schlichtesten Schränken, Truhen, Bettstellen, Salzfässern usw. entgegen.

Den in Kreisringbogen auslaufenden Rundhalbbogen bezeichnet Prof. Langewiesche als „Brille“2 und indem er in ihm eine Abart der Spirale erkennt, die dem Sonnenlauf abgesehen ein Sinnbild desselben geworden sei3, stellt er nach ihm „den kürzesten Tagbogen dar, wie der Türbogen den längsten“.4 Auch dieses Zeichen ist ein typischer Schmuck über den Einfahrten unserer Bauernhäuser.

Das vom Mittelpunkt ausgehende Zeichen, das dem Zeichen des Widders gleichkommt, ist häufig Konsolenschmuck.5 Vielleicht findet man es darum so oft, weil es an die Kunstfertigkeit des Meisters oder seines Gesellen keine besonderen Ansprüche stellte und in nur zwei entgegengesetzten Bewegungen mit dem Reißeisen, mit dem der Meister die Balken mit Zeichen einander zuordnete, entstand.

Handwerklicher Künstlersinn verstand es, diese drei Zeichen, die einzeln am Balkenwerk wie am Hausrat in Rehmerloh als reinem Bauerndorf häufiger als in anderen Bauerndörfern vorkommen, an einem Schranke zu einem harmonischen, sinnvollen Bilde zusammenzuformen.

Man kann sagen, dass durch die blutsverwandtschaftlichen Beziehungen der dortigen Bauerngeschlechter untereinander alle alten dortigen Höfe an diesem sinnvollen Zeichen innerlich beteiligt sind.

Rehmerloh ist ein Bauerndorf, aber ein Dorf von Bauern, für die noch „bäuerliches Bildwerk eine Wurzel urwüchsiger Kraft“ ist, denen die Bedeutung des Bauerntums für die Erhaltung und den Fortbestand unseres Volksganzen klar bewusst ist und die aber wohl gerade darum den Wunsch haben, diesen harmonischen formgewordenen Ausdruck bäuerlichen Gedankenlebens und bäuerlichen kunsthandwerklichen Könnens künftig im Wappen und Siegel führen zu dürfen.

 

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1   Siehe unter St. Quernheim Abschn. 1 und Dr. Spannagel, „Minden und Ravensberg unter brandenburgisch-preußischer Herrschaft v. 1648 – 1719“, S. 140.

2   Prof. Langewiesche, „Sinnbilder germanischen Glaubens im Wittekindsland“ (= Langewiesche) S. II, oben u. S. 28.

3   Langewiesche, S. II, oben.

4   Langewiesche, S. 28.

5   Magnus, „Das Bauernhaus in der Grafschaft Ravensberg“ in „Minden-Ravensberg unter der Herrschaft der Hohenzollern“ von Tümpel, S. 338, s. hier Bild.

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