Gemeinde Kirchlengern

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Wappen Klosterbauerschaft
© Gem. Kirchlengern 

 

Das Wappen der
(Alt-)Gemeinde Klosterbauerschaft

– Kreis Herford –


 


Beschreibung:

In rotem Schilde ein silberner, mit schwarzem Fachwerk belegter Bauernhausgiebel, aus dessen Spitze ein silberner spiraliger Geck hervorragt.

Begründung:

Die Farben weisen auf die Zugehörigkeit zum Kreise Herford (weiß) sowie auf territorial-geschichtliche Beziehungen (Minden – Ravensberg) hin.1

Der Giebel entspricht mit seinem strohgedecktem Dach und seinem Zierrat dem durch Balken gebildeten Rautenmuster und dem spiraligen Geck dem Typ der hiesigen Bauernhäuser. Spricht man das Rautenmuster gern als das Sinnbild der Fruchtbarkeit, als die Mutter Erde2 an, so den Geck und insonderheit den spiraligen Geck3 als den Lebensbaum, der aus ihr hervorwächst. Auch hält der Volksglaube den Geck für ein Abbild der Irminsäule.4 Die Vorlage zu dem Wappenbilde hat zudem ein Giebel der Gebäude des Koldenhofes, Collmeier Nr. 1, in Klosterbauerschaft gegeben. Mit dem Obereigentum an diesem Hof, sowie an den Meierhöfen in Großen-Quernheim und Häver war das Erbexenrecht verbunden.5 Allein dadurch, dass die Erbexen weit größere Nutzungsgerechtsame in der Mark, z. B. an der bei der damaligen Wirtschaftsweise so wichtigen Eichelmast und an Holzhau als die übrigen Markgenossen hatten, aber auch durch ihre besondere Rechtsstellung in der Mark6, kam diesen Höfen in dem Leben unserer Ahnen große, ja, wohl führende Bedeutung zu.

Da seit Jahrzehnten auf dem Lande auch für bäuerliche Gebäude der Backsteinbau mit Hartziegeldach ohne jeden bäuerlichen Zierrat die Regel geworden ist und die noch vorhandenen Fachwerkhäuser in starkem Abgang stehen, oder doch bei notwendigen Ausbesserungen alter Zierrat häufig überbrettert oder gar beseitigt wird, verschwinden die bäuerlichen Sinnbilder als anschauliche Darstellung bäuerlichen Fühlens und Glaubens, Denkens und Lebens immer mehr.

Mit dem Antrage, künftig ein Wappen und ein Siegel nach der vorliegenden Zeichnung führen zu dürfen, verbindet die Gemeinde nicht nur die Absicht einer Ausdeutung des Namens Klosterbauerschaft = Kloster B a u e r s c h a f t, sondern sie will damit auf bäuerlichem Boden durch bäuerliches Bildwerk urwüchsiges bäuerliches Gedankenleben aus der Vergangenheit der Zukunft übermitteln und ferner ein Stück Heimatgeschichte lebendig machen.

 

 

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1   Siehe unter: V. St. Quernheim: Abschnl der Begründung u. Anm.l.

2   Siehe dazu Prof. Langewiesche, „Sinnbilder germanischen Glaubens im Wittekindsland“ (= Langewiesche), S. 10, 3. Abschn.

3   Siehe dazu Magnus, „Das Bauernhaus in der Grafschaft Ravensberg“ in „Minden – Ravensberg unter der Herrschaft der Hohenzollern“ von Tümpel (= Magnus), S. 340 ff.

4   Siehe dazu Magnus, S. 342, 1. Abschn., wo er auch den „Wockenstock“ am Spinnrade in Beziehung zum Geck bringt.

5   Staatsarchiv Münster, Stift-Quernheim Akte Nr. 101, Bl. 15: „Erfexsen. Item de Erfexen der quermer marke dat synt die meyerhoff tho groten quernhem, de coldehoff vnde meyerhoff tho heuer. Dusser houe arfheren de synt de Erfexsen in der quermer marke ...“.

6   Detmar Philippi, „die Erbexen“, 130,  Heft der „Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte“, Dr. Otto v. Gierke.

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