Gemeinde Kirchlengern

Schnellmenü

Aktuelles Veranstaltungen Ortsplan Kontakt Sitemap Suche Impressum Datenschutzerklärung
 > Ortsinformationen

Inhaltsbereich

Wappen Kirchlengern
© Gem. Kirchlengern 

Das Wappen der
(Alt-)Gemeinde Kirchlengern

– Kreis Herford –


 

 


Beschreibung:

In rot silberne Brücke (über die Else), darüber ein Bündel von fünf silbernen Tabakblättern.

Begründung:

Die mindenschen roten Felde stehende silberne Brücke (über die Else) findet in folgenden geschichtlichen Daten ihre Begründung.

Lange bevor die Else in ihrem Unterlauf die Grenze zwischen den Territorien Minden und Ravensberg war, mag sie schon die beiden wirtschaftlichen Einrichtungen, die Bünder und die Quernheimer Mark, voneinander getrennt haben. Zur Else als Territorialgrenze sowie zur Elsebrücke als Grenzbrücke ist daran zu erinnern, dass das Jahr 1226 als das Geburtsjahr der Grafenschaft Ravensberg gilt, das Bistum Minden als „Terra“ 1296 erwähnt wird und die Zusammenlegung beider Länder zu einer Verwaltungsprovinz durch König Friedrich Wilhelm I. 1719 stattfand.1

Im Jahre 1416 kamen Wulbrand, Bischof zu Minden und Wilhelm, Herzog von Jülich und Berg, Graf von Ravensberg, auf der Grenze, und zwar auf der „Lenniger-Brücke“ zusammen, um sich über entstandene Zwistigkeiten persönlich zu bereden.2

Als am 02.03.1582 Graf Simon zu Lippe in seinem Streit mit dem Bischof zu Minden um die Ulenburg „den Sekretär Flörken aus Lemgo mit Notar und Zeugen zur Besitzergreifung nach der Ulenburg absandte, wurden denselben auf der „Lenniger Brücke“ über die Else die Schlagbäume versperrt ...“.3

1758 zerstörten die Franzosen auf ihrem Rückzuge vor dem mit einem neu formierten englisch-hannöverschen Bundesheer weseraufwärts vordringenden Herzog Ferdinand von Braunschweig den mittelsten Bogen der steinernen Elsebrücke bei Lengern, die 1747 an Stelle der bisherigen hölzernen gebaut war.4

Über die Lengersche Elsebrücke führte der alte Landweg von Lübbecke nach Herford. Nach einem Bericht der Kriegs- und Domänenkammer Minden vom Jahre 1736 an die Staatsregierung in Berlin über ihren reparaturbedürftigen Zustand vermittelte sie nicht nur die „Passage vom Mindenschen ins Ravensbergische“, sondern auch die „von Bremen und Lübbecke, aus dem Hannoverschen, Osnabrückschen und Ostfriesland nach Herford“.5

Auch der „Haupt- und Zollweg von Berlin und Minden“ nach Bünde in der Grafschaft Ravensberg und weiter „ins Osnabrücksche und Lingensche“ ging über sie hin. Er diente besonders den Salztransporten nach Wallenbrück und brachte dem König viel Zoll ein.6

Als „königliche Landzollbrücke“ wurde sie vom Staate unterhalten und vom mindenschen Amte Reineberg überwacht.5

Das Bündel von fünf silbernen Tabakblättern soll auf die im Orte allein herrschende Tabakindustrie hinweisen, die im Verein mit der 1855 eröffneten Eisenbahnlinie Osnabrück – Löhne die Entwicklung des Ortes bestimmt hat.7

 

 

--------------------------------------------------------------------------------

1   Dr. Karl Nitzsch, „Die Ravensberg. Territorialverfassg. im Mittelalter“, Siebzehnter Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg zu Bielefeld. Dr. Bernh. Frie, „Die Entw. der Landeshoheit der Mindener Bischöfe“. Dr. Spannagel, „Minden u. Ravensberg unter brandenburg. = preuß. Herrschaft v. 1648 bis 1719, S. 140.

2   Culemann, „Mindische Geschichte“, 1747, 3. Abth. S. 16.

3   Preuss, „Die Ulenburg“, S. 127.

4   „An der Weserpforte“, Beilage vom Anzeiger und Tageblatt, Oeynhausen, Nr. 280, 1935.

5   Das. Nr. 251, 1935.

6   Das. Nr. 95, 1937.

7   Folgende Zahlen mögen einen Anhalt dafür geben, wie sehr sich Kirchlengern durch den Einfluss der Tabakindustrie und der Eisenbahn vor den anderen Gemeinden des Amtes entwickelt hat:

    Die Zahl der Stätten in den Bauerschaften des Amtes Kirchlengern.

  

 I. Jahre 1630 a) 1682 b) 1836 c) 1938 d)
Lengern 41 59 88 538
Quernheim 43 45 50 194
Häver 36 42 42 200
Klosterbauerschaft 29 251
Rehmerloh 17 43

    a) Nach dem u. I, 2 bezeichneten Markgenossenreg.

    b)        „        „      Lagerbuche des Fürstentums Minden v. 1682.

    c) „        kirchl. Wählerverz. v. J. 1836, Pfarrarch. Kirchl.

    d)        „        Mitteilg. d. Amtes Kirchl.

Zurück

 

Zurück zum Schnellmenü