Gemeinde Kirchlengern

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Wappen Häver
© Gem. Kirchlengern 

Das Wappen der
(Alt-)Gemeinde Häver

– Kreis Herford –


 

 


Beschreibung:

Schild von silber und rot geteilt; oben eine rote golden besamte fünfblättrige Rose, unten drei 2 : 1 gestellte silberne Brackenköpfe mit goldenem Halsband.

Begründung:

Die rote goldenbesamte fünfblättrige Rose im silbernen Feld weist auf die mannigfachen Beziehungen der Edelherren zu Lippe zu unserer Heimat und besonders auf ihren Besitz der
Ulenburg hin, zu deren Pertinentien das Obereigentum über 7 Höfe in Häver gehörte.

Schon im Jahre 1285 waren die Edelherren zur Lippe seitens des Bistums Osnabrück mit der Schutzvogtei über das Kloster belehnt. 1344 erscheint das „Amt“ Quernheim als Teil der Herrschaft Lippe, ebenfalls zusammen mit anderen Ämtern in einem im Jahre 1405 zwischen Simon III. und dem Grafen Hermann von Everstein abgeschlossenen Vertrage. Zu beachten ist, dass der Begriff „Amt“ nicht klar liegt. Er bezeichnete „in früherer Zeit nicht eben immer eine Hoheit oder Gerichtsbarkeit über einen Komplex von Orten, sondern ebenso oft auch nur eine einzelne Ortschaft, oder selbst nur einen einzelnen Hof mit den dazu gehörenden Diensten, Gefällen etc.“ Eine festere Umreißung des Begriffes „Amt“ Quernheim aus den Zubehörungen desselben ist nicht möglich. Belehnung, vielfach rasch wechselnde Verpfändungen und Weiterverpfändungen zersplitterten die Besitzungen und machten die Eigentumsverhältnisse dunkel und verwirrt. Von den einzelnen nach und nach von der Grafschaft Ravensberg und dem Stifte Minden abgerissenen Zubehörstücken der beiden „Ämter“ Quernheim und Enger waren Ende des 15. Jahrhunderts nur noch einzelne Gerechtigkeiten in der Quernheimer und Dünner Mark übrig geblieben. Diese erhielten dadurch eine Festigung, dass sie mit der 1469 von Lippe erworbenen aber im Stifte Minden gelegenen Ulenburg in Verbindung traten. In der im Jahre 1469 ausgebrochenen Minden-Schaumburgischen Fehde, in der die von Quernheim aus der Seite Mindens gegen Lippe kämpften, nahm Bernhard von der Lippe die Ulenburg am 26.08.1469 ein. Um sie zurückzuerhalten, mussten die von Quernheim sie als Lippisches Lehen anerkennen. Als Hilmar von Quernheim 1581 starb, entstand zwischen dem Früstenhof von Minden und dem Grafen von Lippe von neuem ein langwieriger Besitzstreit um die Ulenburg. Erst Ende 1593 ging sie wieder in lippischen Besitz über. Graf Philipp von Lippe verkaufte sie 1627 an von Wrede.[1]

Das Festhalten der vielfachen Beziehungen Lippes zu unserer Heimat durch Aufnahme des lippischen Wappens gerade im Wappen der Gemeinde Häver möge in dem reichen Güterbesitz des Ulenburg in Häver seine Erklärung finden.

Das untere rote Feld weist auf die ehemalige Zugehörigkeit zum Territorium Minden hin.

Die drei rechtsstehenden silbernen Brackenköpfe sind dem Wappen der Familie v. Borries entnommen. 1791 kaufte Geheimrat Franz Christian v. Borries zu Eckendorf Beck und Ulenburg (auch Schokkemühle), nachdem er 1798 bereits Steinlacke (Niederbehme) erworben hatte.[2] Durch diesen Kauf vereinigte sich noch einmal der ausgedehnte frühere Güterbesitz der Familie von Quernheim zu Beck und Ulenburg in der Hand der Familie v. Borries. Zu ihrer Zeit fanden die Stein-Hardenbergschen Reformen ihre Durchführung. Auch schon während der Franzosenzeit und der Befreiungskriege erlangten die v. Borries für unsere Heimat große Bedeutung.[3] „Nach Einführung der preußischen Kreisverfassung im Jahre 1816, unter welcher Häver zuerst dem Kreise Bünde und nach dessen Auflösung 1833 dem Kreise Herford zugeteilt wurde, stellt die Familie diesen Kreisen in ununterbrochener Reihenfolge 118 Jahre lang 5 Landräte aus drei Generationen.“[4]

Dieses alles und das noch allen alten Einwohnern Hävers bekannte gute Einvernehmen der Familie v. Borries zu Ulenburg mit der Dorfgemeinschaft lassen die Gemeinde wünschen, die Brackenköpfe aus dem Wappen der Familie v. Borries für das Wappen der Gemeinde Häver entlehnen zu dürfen. Es muss dem Familienverbande v. Borries gedankt werden, dass er durch den Herrn Geheimen Regierungsrat Landrat i. R. Frz. v. Borries dazu gern sein Einverständnis erteilt hat.


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[1] Preuß., „Die Ulenburg“.

[2] Dr. jur. Freiherr v. d. Horst, „Die Rittersitze der Grafschaft Ravensberg und des Fürstentums Minden“.

[3] Pfarrarch. Kirchlengern, Chronik der Gemeinde Kirchlengern.

[4] Brief des Herrn Landrats v. Borries vom 22.08.1938.

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