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Museen und Denkmäler

Geschichte erlebbar machen, das ist die Aufgabe von Museen und Denkmälern. In Kirchlengern lässt sich Geschichte so an verschiedenen Orten und Stätten erleben.

 

Feuerwehrmuseum ↓

Einzigartig nicht nur in Kirchlengern, sondern in ganz Ostwestfalen-Lippe, ist das Feuerwehrmuseum im Ortsteil Häver. Aus einer privaten Sammlung heraus entstand hier Mitte der 80er Jahre ein Museum, das in der Trägerschaft eines Vereins steht. Mehr als 5.000 Sammlungsstücke – viele davon auf vier oder mehr Rädern – zeigen, wie sich die Brandbekämpfung im Laufe der Jahre entwickelt hat. Ob eine Pferdedrehturmleiter von 1903 oder eine Handleiter aus 1901 – wer sich für die Arbeit der Feuerwehr interessiert, der erfährt hier viel Wissenswertes.

Es begann 1972 damit, dass unser Museumsleiter Hans Kleemeier sich ein Hobby besonderer Art zu eigen machte: Er fing an Urkunden, Uniformen, Helme, Rangabzeichen und weitere Exponate aus dem weiten Feld des Feuerlöschwesens zu sammeln. Anlass war die Zusammenlegung der eigenen Löschgruppe mit zwei weiteren Löschgruppen aus der Gemeinde.

Das Wahren und nicht das Wegwerfen zählen seitdem zu seinen Prinzipien.

Mitte der 1980er Jahre hatte die Sammlung eine Größenordnung erreicht, die eine öffentliche Ausstellung gebot. So wurde das Feuerwehrmuseum 1990 durch den Trägerverein eröffnet. Seit 2003 befindet es sich an seinem jetzigen Standort. Es ist in seiner Art und Umfang einzigartig in Ostwestfalen-Lippe.

Die Sammlung des Museums umfasst eine Vielzahl von einzigartigen Exponaten.

Die Pferdedrehturmleiter von 1900 mit einer Steighöhe von 23 Metern ist die größte und die schwerste ihrer Art in Deutschland. Es wurde eine ganz ansehnliche Sammlung von historischen Fahrzeugen zusammengetragen; diese erstreckt sich von der wassergekühlten Magirus-Drehleiter aus dem Jahre 1940 bis hin zu der Hanomag-Drehleiter mit Magirus-Leiteraufbau aus dem Jahre 1954.

Im Laufe der Jahre hat sich der Sammlungsschwerpunkt „Die Entwicklung der Drehleiter von 1870 bis 1993“ ergeben.

Derzeit werden etwa 5000 Sammlungsstücke der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Exponate sind dabei anschaulich und auch weitestgehend in lebensnahen Situationen aufgebaut, wodurch sich ihre Funktionsweise leicht erschließt.

Das Museum gliedert sich in die Abteilungen:

  • Atemschutz
  • Uniformierung
  • Auszeichnungen und Orden
  • Wasserförderung
  • Motorisierung
  • Modellbau
  • Rettungswesen


Öffnungszeiten:
Jeden 1. und letzten Sonntag im Monat, 11.00 -17.00 Uhr, sowie nach Vereinbarung.

Eintritt:
Kinder bis 3 Jahre                                                            frei

Kinder und Jugendliche von 4 - 16 Jahren           2,00 €

Erwachsene                                                                        3,00 €

Feuerwehrmuseum Kirchlengern

Häverstraße 188
32278 Kirchlengern

Förderverein Feuerwehrmuseum Kirchlengern e. V.

  • Telefon: 05223 1897867
Bauernbad Rehmerloh ↓

1883 wurde das Badehaus eröffnet, in dem sich vier Bade- und zwei Aufenthaltsräume befanden. Bis heute konnte dieses historische Gebäude mitsamt seiner Inneneinrichtung weitestgehend erhalten bleiben. Gebadet wird hier heute nicht mehr – aber viele Besucher kommen an den Tagen, an denen das Bauernbad geöffnet ist, und staunen über ein Gebäude, in dem immer von Pfingsten bis Erntedank gebadet wurde. Bis 1973 war das Bauernbad Rehmerloh in Betrieb, ehe es von 2000 bis 2002 renoviert und restauriert wurde.


Das historische Badehaus des Bauernbades Rehmerloh liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Kirchlengern im Rehmerloher Mühlenbachtal unweit östlich der Bundesstraße B 239. Es wurde im Jahre 1883 errichtet und ist als einziges von einstmals über 150 Badehäusern in Ostwestfalen-Lippe im Urzustand erhalten.



Nahe einer kalzium-sulfathaltigen Quelle errichteten die Eheleute Bösch das Ziegelsteingebäude, in dem von 1883 bis 1973 ein reger Badebetrieb stattfand. Danach begann auch dieses Bad zu verfallen, wurde dann aber auf Initiative der Gemeinde Kirchlengern unter der Aufsicht und Mitarbeit des Westfälischen Amtes für Denkmalspflege sorgfältig restauriert und 2002 in die Liste der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eingetragen.

Während die anderen kleinen ländlichen Bauernbäder niedergerissen oder einer anderen Nutzung zugeführt wurden, sind Gebäude und Einrichtung in Rehmerloh im Zustand von vor 130 Jahren erhalten.

Der Förderverein Bauernbad Rehmerloh e.V. betreut das Haus, das der Öffentlichkeit zugänglich ist, und lädt zum Besuch ein. Eintrittsgelder werden nicht erhoben.

Öffnungszeiten:
Tag der Offenen Tür jeweils am 1. Sonntag im Juli
Tag des Offenen Denkmals -bundesweit- jeweils am 2. Sonntag im September

Ab 1. April bis Ende September Gruppenführungen nach Anmeldung.

Bauernbad Rehmerloh

Rehmerloher Straße 49
32278 Kirchlengern

Förderverein Bauernbad Rehmerloh e. V.

Habighorst 8
Bauernbad: Rehmerloher Straße 49
32278 Kirchlengern

  • Telefon: 05223 975914



Alte Volksschule Rehmerloh ↓

Historie des Gebäudes "Alte Volksschule Rehmerloh" 


Die durch Jahrhunderte hindurch gelebte schulische Abhängigkeit von Stift Quernheim wollte neben Klosterbauerschaft im Jahre 1912 auch Rehmerloh durch eine eigene Schule ändern.

Nachdem die Schule Stift Quernheim 1920 überfüllt war und die Schulvertretungen die beantragte 5. Lehrerstelle nicht bewilligten, wurde der lange, unerfüllt gebliebene Wunsch der Rehmerloher Kommunalgemeinde, eine eigene Schule zu besitzen, unter ihrem Vorsteher Heinrich Bornemann Wirklichkeit.


Doch der Bau eines Schulgebäudes ist den Gründern der Schule in der Inflationszeit wohl als ein zu gewagtes Unternehmen erschienen, so dass man sich zunächst damit begnügte, einen Raum des Bäckermeisters und Kolonialwarenhändlers Eickhoff zu mieten und für den Unterricht instand zu setzten.

Für den ersten Lehrer der Schule (Bushold), der 1921 den Dienst in Rehmerloh aufnahm, wurde in der oberen Etage des Eickhoffschen Hauses eine Unterkunft geschaffen. Wer dieses Gebäude in Erinnerung hat (heute ehemals „Klabautermann“) weiß, mit welchen geringen Mitteln in den dreißiger Jahren Gemeinden versuchten, Neues aufzubauen. Die Zahl der Schulkinder betrug in den ersten Jahren ca. 40.

Am 07. April 1926 war es dann so weit, ein einklassiges Schulgebäude mit Glockenturm (Dachreiter) und angeschlossener Lehrerwohnung konnte bezogen werden.

Bis 1950 stieg die Schulkinderzahl auf 50 an. Erst nach und nach sank die Zahl durch Wegzüge ab. Schwankende Kinderzahlen ließen oftmals Befürchtungen aufkommen, die Schule würde geschlossen. Da Rehmerloh seit Jahren als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen war, in dem nur selten Bauanträge genehmigt wurden, war die Auflösung der Schule nur eine Frage der Zeit.

Hinzu kamen schulpolitische Maßnahmen der Regierung, die schließlich im Zuge der Neuordnung des Schulwesens das Schicksal der Volksschule Rehmerloh bei einer Schulkinderzahl von etwa 25 am 30. November 1966 besiegelten.

In den 45 Jahren war den Rehmerlohern diese eigene Schule doch sehr ans Herz gewachsen.

Seit der Schließung befindet sich die „Alte Volksschule Rehmerloh“ in Privatbesitz, im Jahre 2016 wechselte die Schule ihre Besitzer. Wir, Jan und Christoph Nobbe, möchten dem schon in die Jahre gekommenen Gebäude wieder frischen Wind und Leben einzuhauchen.

Eingebettet im schönen Rehmerloher Mühlenbachtal, liegt unsere alte Schule auf einer kleinen Anhöhe im Ortsteil Rehmerloh der Gemeinde Kirchlengern. Ein Teil der Schule ist der Öffentlichkeit zugänglich und kann nach vorheriger Absprache besichtigt werden. Neben einem historischen Klassenzimmer sind auch alte Trachten aus der Region (nördliches Ravensberger Land und Umgebung) zu sehen sowie historische Kleidungsstücke aus über zwei Jahrhunderten. Uns ist es sehr wichtig, dass die Historie dieses Gebäudes und die damit verbundene Geschichte erhalten bleibt und für die Nachwelt erhalten wird. Gerne teilen wir mit Ihnen dieses Interesse und freuen uns auf Ihren Besuch.

Alte Volksschule Rehmerloh
Jan und Christoph Nobbe

Rehmerloher Straße 119
32278 Kirchlengern

  • Telefon: 05744 6460032
Denkmäler ↓
Hier finden Sie eine Auflistung aller Denkmäler der Gemeinde:
Gedenkstätte für Hollandgräber ↓

Sehr beeindruckend ist die Gedenkstätte für Hollandgräber. Kurz vor dem Kriegsende wurden Männer aus den Niederlanden zwangsweise nach Kirchlengern gebracht, um hier am nahe gelegenen Bahnviadukt in Bielefeld mitarbeiten zu müssen. 23 von ihnen überlebten die Zwangsarbeit nicht – ihre sterblichen Überreste wurden in Kirchlengern bestattet und erst viele Jahre später in ihre Heimatorte überführt.



In Erinnerung an diese Verstorbenen und als Mahnmal dieser Schreckenszeit entstand eine Gedenkstätte auf dem Friedhof Kirchlengern, die zum Dialog einlädt und zum Frieden mahnt.