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Sühnestein
Denk mal am Denkmal: Der Sühnestein

Links vom Weg, der von Häver nach Hagedorn führt, ein wenig abseits vom großen Lärm und Verkehr unserer Zeit, steht in einer Wiese neben einer jungen Eiche, den Augen der Vorübereilenden verborgen, der "Sühnestein", wie er im Volksmund genannt wird. Dieser Stein, der die Jahreszahl 1605 trägt, hat früher zu den Spinnabenden, an denen sich das junge Volk allerlei Gruselgeschichten zu erzählen wusste, oftmals den Gesprächsstoff geliefert. Bis heute ist die alte Sage vom Sühnestein erhalten geblieben:

Man schrieb das Jahr 1605. Damals lebten in Hagedorn zwei junge Bauernburschen namens Kellermeier und Meier, die wegen eines hübschen Mädchens ständig in Streit lagen. In einer Frühlingsnacht kamen sie wieder einmal schimpfend und streitend nach Hause. Einer war auf den anderen eifersüchtig, und keiner wollte von dem Mädchen freiwillig ablassen.

So trennten sie sich voll Hass, um zu ihren elterlichen Höfen zu gehen. Es war kaum eine Minute vergangen, da gellte ein schriller Pfiff durch die Nacht. Jeder der beiden glaubte, der andere wolle ihn zum Narren halten, und so stürmten die beiden feindlichen Nachbarn wütend aufeinander los. Kellermeier nahm in seinem Zorn ein altes Pflugeisen vom Wege auf und schlug damit auf seinen Nebenbuhler ein, der blutüberströmt zusammenbrach und auf der Stelle tot war. Als nun Kellermeier ernüchtert sah, was er angerichtet hatte, floh er Hals über Kopf, bis er neben einer kleinen Tanne am "Honigbeutel" ohnmächtig zusammenbrach.

Kellermeier, der in der Morgendämmerung wieder erwachte und das grausige Bild seiner Tat vor Augen sah, wollte weiter fliehen, jedoch die Tanne hatte ihre Zweige so fest um ihn geschlungen, dass er sich nicht zu rühren vermochte. So war er gezwungen, den Leichenzug für sein Opfer, der sich nach drei Tagen am "Honigbeutel" vorbei in Richtung Kirchlengern zum Friedhof bewegte, aus allernächster Nähe mit anzusehen. Dann erst gab die Tanne den Mörder frei. Kellermeier floh, und nie hat man wieder etwas von ihm gehört.

An der Mordstelle wurde der "Sühnestein" errichtet, in dessen Nähe um Mitternacht ein großer schwarzer Hund mit glühenden Augen sein Unwesen mit den Vorübergehenden treiben soll.

Text aus "Als das Spinnrad noch surrte" von Hans Karrasch
Bild Horst Hartmann

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